Hat geklappt: Kochen kann heilen


Freunde, die mit Vergnügen essen und auch sonst ungehemmt daherkommen, schellen zuweilen spontan an der Tür oder kündigen sich vorher via Smartphone-App kurz und knackig an: „Gibt es was zu Essen? Okay, dann komm ich gleich vorbei!“

Freunde dürfen das.

Vor allem, wenn sie vor lauter Business völlig hibbelig sind. Gemeinsames Essen drosselt dieses Überdrehtsein und steigert Gelassenheit: Man nimmt die Dinge weniger ernst.

Es war dringend nötig, dass diese Freundin – nennen wir sie Anja - ein paar Dinge weniger ernst nahm. Ihr Aufstieg zur „Senior Group Brand Managerin“ mit der Karriere-Perspektive irgendwann mal „Head of irgendwas“ zu werden, hat ihr die Work-Life-Balance gehörig verhagelt: Sie ist vielfach nicht mehr Herrin ihres Gleichgewichts. Da heitern abends um acht nach -zig Meetings und ’ner ganzen Menge Charts ein Essen und ein Glas Wein gewaltig auf.

Blöd nur, wenn die unterstützungsbedürftige Freundin im Anflug ist und du Kochgenie nichts im Haus hast!

Denkste. Irgendwas ist immer im Haus!!!

Und genau das macht das Spontan-Kochen ja so herausfordernd-prickelnd.

Spaghetti aglio olio läuft (fast) immer. Notfalls eben auch ohne frischen Peperoncino. Aber niemals mit kurzen Nudeln.

Kein Knoblauch da? Dafür Eier? Hey, Spiegelei der Marke SUNNY SIDE DOWN kann sooo köstlich schmecken.

Oder Kartoffeln!

Koch sie in der Schale, pell sie, streu Salz drauf und träufel Olivenöl drüber. Fertig!

Anjas Überdrehtsein erfuhr nach vier Kartoffeln und dem zweiten Glas Wein eine deutliche Drosselung.

Sie monologisierte NICHT mehr über Charts, Job und Zukunft.

Sie blühte zur Empathie-Gigantin auf und HÖRTE ZU!

Sie streckte sogar die Beine unterm Tisch aus und lächelte entspannt-verträumt.

Die Gelassenheit hatte gesiegt. Danke, ihr Kartoffeln mit Olivenöl und einer Prise Salz.

Kochen kann heilen.


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